Sieben Kinderbücher für den Weg

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Im letzten Beitrag der weitermachen-Ausgabe stellen wir Kinderbücher für das Vorlesealter vor, die sich mit dem Weitermachen angesichts spezifischer Konflikte wie Mobbing, Angst, Schüchternheit oder Fremd-Fühlen beschäftigen.

von Cornelia

Weitermachen ist manchmal ganz schön schwer. Besonders dann, wenn man nicht genau weiß, wie dieses Weitermachen aussehen kann. Das gilt speziell für Kinder, die verschiedene Konflikte zum ersten Mal in ihrem Leben austragen (müssen). Kinderbücher können dabei für alle Beteiligten stützende Anleitung sein, indem sie Lösungswege vorstellen oder Gefühlsirrungen benennen und normalisieren. In den folgenden Buchvorstellungen lege ich den Schwerpunkt jeweils lediglich auf eine mögliche Lesart – wie immer gilt, dass Literatur um so viel mehr ist und kann.

(1) Mobbing und falsche Freundschaften

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(c) Bloomsbury Verlag

„Zarah – Du hast doch keine Angst, oder?“ (Zoran Drvenkar, Martin Baltscheit)

„Es waren einmal vier Freundinnen und eine Freundin dazu.“ So fängt die Geschichte von Zarah an, die mit vier Kindern (Anke, Berit, Cordula, Dorothea) in den Wald spielen geht. Dieser Wald ist ein gespenstischer Ort mit allerlei unheimlichen Gestalten. Zarah hat keine Angst, auch wenn sich ihre Begleiterinnen redlich bemühen, die Außenseiterin der Clique zum Schaudern zu bringen.

Die Geschichte von Zoran Drvenkar mit Illustrationen von Martin Baltscheit erschafft eine zauberhafte Welt voller Fabelwesen, mürrischer Monster und zwielichtiger Gestalten. Am Ende zittern jedoch die gemeinen „Freundinnen“ und Zarah … ja, Zarah kehrt – als überraschende Wendung – in ein ganz besonderes Zuhause zurück. Denn dort warten auf sie genau jene Monster, mit denen ihr die vier Mädchen im Wald Angst einjagen wollten. Räuberhauptmann, Vampirin, Baumtroll und Erdteufel kümmern sich sogleich liebevoll um die kleine Heimkehrerin.

In dem Buch wechseln sich ganzseitige Illustrationen mit längeren Textblöcken ab, was auch das Vorlesen abwechselnd gestaltet. Am Schluss bleibt die Frage, wer nun die wahren Monster und wer die wahren Freund_innen sind.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Es wurde erzählt, in diesem Wald hätten früher Räuber gehaust. Es wurde auch erzählt, dass an einem Baum der berühmte Räuberhauptmann Raddek aufgeknüpft worden war und noch immer dort hing. >Wer ihn als Erster sieht<, sagte Dorothea, >darf mal an seinem Fuß ziehen.< Die Mädchen schüttelten sich vor Grauen, nur Zarah nickte und hielt Ausschau nach dem Räuberhauptmann Raddek. >Da gehen wir jetzt lang!< Dorothea zeigte auf einen Weg, der sich zwischen den  Baumstämmen hindurchschlängelte wie ein dicker Aal. Oh, ich hoffe ja, dass wir nicht auf die Räuber treffen<, sagte sie und kicherte. >Ich aber auch<, sagte Berit. Die vier Freundinnen stießen sich an und lachten. Zarah stieß keiner an.“

Resümee: Eine aufmunternd-charmante Geschichte über Freundschaft und das Erkennen von falschen Freund_innen – mit ganz viel Fantasie, schönen Wortspielen, auf den Kopf gedrehten Erwartungen und fantasievollen Illustrationen.

(2) Schüchternheit/Sich für sich und andere schämen

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(c) Picus Verlag

„Pepe und Lolo“ (Elisabeth Steinkellner, Michael Rohrer)

Pepe ist leise und möchte am liebsten nicht auffallen. Er bekommt sofort klatschmohnrote Wangen, wenn ihn jemand anschaut. Lolo sind die Blicke der anderen hingegen egal. Sie ist bunt angezogen und spielt mehr oder weniger gut Geige – gerne in der Öffentlichkeit.

Durch einen Zufall lernen sich die beiden unterschiedlichen Charaktere kennen. Sie mögen sich sofort und aus einer zaghaften Brieffreundschaft entsteht mehr, auch wenn Pepe es anfangs gar nicht glauben mag, dass ihn jemand so annimmt, wie er ist. Gleichzeitig ist die Freundschaft mit Lolo eine Herausforderung für den schüchternen Mann. Denn wenn er mit ihr zusammen ist, ist er ganz und gar nicht unsichtbar und die Leute schauen auch nicht immer nur freundlich ob des schiefen Geigenspiels.

Das Buch über die zwei Außenseiter_innen Pepe und Lolo mit seinen poesievollen Sätzen und sanften Bildern wurde 2015 als Lesetipp in die Kollektion 2015 des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen: Das Buch sei eine Einladung „zu Muße und Aufmerksamkeit für das Schöne“.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Lolo spielt Geige. Nicht gut, aber gern. Am liebsten bei offenem Fenster, damit der Wind zur Musik tanzen kann. Manche Leute, die draußen vorbeigehen, stecken sich schnell die Finger in die Ohren. Andere applaudieren. Lolo jedoch bemerkt von alldem nichts. Sie hat die Augen geschlossen und lauscht der Musik.“

Resümee: Eine liebenswerte und kunstvoll illustrierte Geschichte über die Annäherung zweier unterschiedlicher Menschen und darüber, dass es egal ist, was fremde Menschen vom anderen/von der anderen halten.

(3) Sprachlosigkeit und Isolation

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(c) Beltz

„Schnipselgestrüpp“ (Julia Friese, Christian Duda)

Der Protagonist von „Schnipselgestrüpp“ ist ein namenloser Junge, auf den nach der Schule zuhause schweigende Eltern, ein plappernder Fernseher und ein Zimmer ohne Spielzeug warten. Die Familie ist arm. Es gibt keine Zoo- oder Kinobesuche und auch keine neue Kleidung. Also baut sich der Junge aus Zeitungsausschnitten eine Fantasiewelt, die er an die Wände tapeziert und in die er eintauchen kann. Die Eltern können sich für dieses Hobby des Kindes wenig begeistern. Ja, bis es diesem eines Tages gelingt, eine zaghafte Brücke zu bauen …

Die Geschichte und die collageartigen Illustrationen ergänzen sich nicht ausschließlich, sondern galoppieren mal nebeneinander, mal für sich. So bleibt es der Fantasie der Vorlesenden und Zuhörenden überlassen, die eine oder die andere Richtung einzuschlagen und auszubauen.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Flugzeuge fallen vom Himmel, eines klatscht aufs Wasser. In Amerika freuen sich Fußballspieler, ihr Fußball ist ein Ei. Über Europa macht das Wetter wilde Kringel und Wind bläst durchs offene Fenster in die Zeitungen. Am Boden knistert und raschelt es und eine Studentin hat sich ausgezogen. Ein Riesenfisch taucht auf, der frisst Flugzeuge, wenn sie vorher ins Wasser fallen. Weil mal wieder ein Flugzeug ins Wasser fiel und gleich gefressen wurde, ist jetzt Krieg und Krieg ist laut.“

Resümee: Das Buch preist die (kindliche) Fantasie und ist dabei in sich selbst ein angenehm surreales Beispiel dafür. Es zeigt auch, dass es den Erwachsenen manchmal gut tut, sich auf absurde Welten und ungewöhnliche Gedankenspiele einzulassen. Denn Fantasie und gemeinsame Fantasiewelten verbinden und machen grauen Alltag bunt – zumindest für einen wertvollen Augenblick lang.

(4) Angst

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(c) Klett Kinderbuch

„Das mutige Buch“ (Moni Port)

Das Buch erzählt von der Angst. Von den verschiedenen Dingen, Situationen und Gefühlen, die Angst machen. Kinder und Erwachsene haben Angst vor allem Möglichen – Mäusen, einkaufen gehen, die Wahrheit zu sagen, Achterbahn fahren, Gespenster, Ameisen, Knöpfen. Es erzählt auch davon, dass man die Angst konkret im Körper spüren kann – in den Knien, im Bauch oder im Herzen. Von Ängsten, die irreal sind wie vor Tunneleingängen, die wie Monstermäuler aussehen, und von solchen, die ganz gut sind, wie jene vor Sprüngen von hohen Brücken. Von solchen, die Kindern eingeredet werden, wie die Angst vorm Krampus, und solchen, die man von seinen Eltern übernehmen kann, wie die Angst vor Insekten.

Zum Ende des Buches schwenkt das Thema weg vom Angst-Haben hin zum Mutig-Sein. Es zeigt konkrete Strategien gegen Ängste auf – ein Kinderreim, darüber reden, sich mit Freund_innen verbünden – und betont auch die Bedeutung des Nein-Sagens, wenn einem_r eine Sache Angst macht. Besonders schön ist, dass das Buch Platz lässt für eigene Eintragungen und Zeichnungen, wodurch es erneut betont, wie individuell Ängste sein können.

Auf 112 Seiten lotet die Autorin Ängste in den verschiedensten Dimensionen und Assoziationen aus. Ihr Buch ist ein Plädoyer gegen das Nicht-Ernst-Nehmen von Ängsten und für einen differenzierten Blick darauf. Die Fotos, Zeichnungen und Collagen zu dem jeweils kurzen und erklärenden Texten spiegeln diese Haltung wider und bieten vielfach Anlass für weiterführende Gespräche mit dem eigenen Kind.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Schon die Steinzeitmenschen hatten Angst, und das war gut so. Angst ist lebenswichtig und eigentlich eine prima Erfindung. Sie sorgt dafür, dass man sich in Sicherheit bringt und nicht einfach Nachbars Lumpi streichelt, während er uns anknurrt. Jeder hat vor etwas anderem Angst. Theo hat Angst vorm Zahnarzt, und Anne hat Angst vor Ameisen. Paul hat Angst im Dunkeln. Fridas Mutter hat Angst vor Spinnen. Sophia hat Angst vor Gewitter. Victor hat Angst vor Vampiren. Clara hat Angst vor Hunden. Yoshi fürchtet sich vor Monstern. Er glaubt, sie wohnen unter seinem Bett. Manche Menschen haben Angst vorm Fliegen. Manche haben Angst vor Mäusen. Lea hat Angst vorm Sterben. Charlotte fürchtet sich im Meer.“

Resümee: Angst ist ein normales Gefühl. Manchmal nervt sie, manchmal ist sie angenehm (Gruselgeschichten!) und manchmal ist sie sogar wichtig, um uns zu schützen. Das Buch ist ein schöner Begleiter für ein Gespräch über Ängste und zeigt auf, dass diese völlig normaler Teil von Kinder- und Erwachsenenleben sind. Dieses Wissen bestärkt, sich nicht wegen seiner Ängste zu schämen, sondern sich darüber mit anderen auszutauschen. In diesem Sinne: Keine Angst vor der Angst!

(5) Langeweile

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(c) Gerstenberg

„Die Reise“ (Aaron Becker)

Das Buch kommt ohne Worte aus und lädt Kinder, die noch nicht lesen können, dazu ein, sich ihre Geschichte selbst zusammen zu spinnen. Becker erzählt mit seinen Illustrationen die Geschichte eines Kindes, das sich langweilt, weil niemand Zeit hat, mit ihm zu spielen. Es findet ein Stück rote Kreide, malt damit eine Tür und gelangt in eine fantastische Welt. Wann immer ihm dort etwas fehlt, malt es sich das einfach: ein Boot, einen Heißluftballon oder einen fliegenden Teppich. Das Kind stolpert von einem Abenteuer ins nächste und befreit schließlich einen violetten Vogel aus der Gefangenschaft. Als Gegenleistung zeigt ihm das Tier eine violette Tür – durch diese klettert das Kind zurück in seine Welt, wo sich ein anderes Kind (mit lila Kreide) über den befreiten Vogel und die neue Bekanntschaft freut.

„Die Reise“ erzählt die fabelhafte Geschichte des Beginns einer neuen Freundschaft und die eigenartigen Wege, die man manchmal auf sich nehmen muss, um eine solche zu entdecken. Es lädt ein auf eine Wanderung durch selbst erdachte Welten und Abenteuer.

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Bild: Cornelia

Resümee: Das Buch folgt einem Kind, das sich aus Langeweile in eine Fantasiewelt stürzt und dabei eine_n Freund_in findet. Gemeinsam können die Kinder beide Welten erleben, so das mitschwingende Fazit. Gleichzeitig ist das textlose Buch selbst eine Möglichkeit für Kinder, die eigenen Langeweile zu bekämpfen, da sie in die Geschichte eintauchen können, ohne auf eine_n Vorleser_in angewiesen zu sein (ähnlich toll sind in dieser Hinsicht übrigens die „Torte-Bücher“ von Thé Tjong-Khing).

(6) Wut

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(c) Fischerverlage | Sauerländer

„Anna und die Wut“ (Christine Nöstlinger, Christiane Nöstlinger)

Anna wird sehr schnell sehr wütend. Das ärgert nicht nur ihre Eltern und Freund_innen, sondern auch sie selbst. Sie wünscht sich nichts mehr, als nicht ständig immer auszurasten, findet aber keinen Ausweg. Nicht einmal der Versuch, der Wut aus dem Weg zu gehen, klappt. Annas Opa hat schließlich die Lösung: Er kauft der Enkelin eine Trommel, mit der sie die Wut wegtrommeln kann. Und siehe da: Es funktioniert!

Die Suche nach einem Heilmittel gegen die Wut ist eine schöne Strategie, das hässliche Gefühl vom Kind zu lösen. Es zeigt, warum und wann wir einen Weg finden sollten, mit der Wut umgehen zu lernen – nämlich dann, wenn Dinge kaputt werden, die wir eigentlich mögen und wir Menschen verletzen. Anna hat in der Geschichte eine aktive Rolle – auch sie ist an einer Lösung interessiert. Gleichzeitig wird ein Blick auf die Opfer ihrer Wut geworfen.

Die anschauliche Art und Weise, mit der Annas Wut in dem Buch vorgestellt wird, macht eine unsichtbare Gewalt sichtbar und schafft somit einen Weg, sich damit auseinanderzusetzen. Die Illustrationen sind klar und gehen teilweise ins karikative. Diese Eigenwilligkeit passt jedoch gut zu Nöstlingers Sprache und dem Gegenstand des Buches.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Wenn die riesengroße Wut über Anna herfiel, färbten sich ihre Wangen knallrot, ihre seidigen Haare wurden zu Igelstacheln, die knisterten und Funken sprühten, und ihre hellgrauen Augen glitzerten dann rabenschwarz. Die wütende Anna musste kreischen, fluchen und heulen, mit dem Fuß aufstampfen und mit den Fäusten trommeln. Sie musste beißen und spucken und treten. Manchmal musste sie sich auch auf den Boden werfen und um sich schlagen.“

Resümee: Das Buch gibt Kindern Bilder und Worte zu einem überwältigenden Gefühl in die Hand. Es kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern vermittelt mögliche Wege, mit der Wut umzugehen. Dabei geht es weniger darum, Annas Lösung nachzuahmen, sondern viel mehr darum, ein destruktives Gefühl fassbar zu machen – einmal benannt, lässt es sich im eigenen Alltag auch schneller wieder verbannen, ohne der Gewalt lediglich schimpfend oder ohnmächtig gegenüber zu stehen. Zudem kann die Erkenntnis „Du bist nicht deine Wut“ eine Erleichterung für jähzornige Kinder sein.

(7) Sprachlosigkeit und Fremdheit (durch unterschiedliche Sprachen)

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(c) Peter Hammer Verlag

„Am Tag, als Saída zu uns kam“ (Susana Gómez Redondo, Sonja Wimmer)

Saída und eine Ich-Erzählerin mögen sich sofort. Den beiden fehlt aber eine gemeinsame Sprache. Denn Saída ist aus einem anderen Land (Marokko) gekommen und hat zwar einen Koffer, aber vermeintlich keine Worte bei sich. Schnell stellt sich für die Ich-Erzählerin heraus, dass dieser erste Eindruck falsch ist: Denn Saída hat durchaus eine Menge Worte – sie sind nur in einer anderen Sprache.

Und so kommt es, dass sich die Kinder auf die Suche nach Wörtern machen. Es ist eine poetische Reise in die Welt der Sprachen und die Erzählung findet dafür ganz bezaubernde (Sprach-)Bilder. Die Geschichte zeigt, wie uns Sprache prägt und verbindet. Die Ich-Erzählerin lernt durch ihre Begegnung mit Saída von der Existenz anderer Sprachen und tauscht die eigenen Wörter gegen die fremden. Die beiden Kinder erfahren ihre Freundschaft entsprechend auch auf dieser Ebene – im Respekt mit dem Umgang der jeweils anderen Sprache. Sie erkunden Bedeutungen und entdecken einen spielerischen Umgang mit Wörtern.

Die träumerischen Illustrationen sind gespickt mit deutschen und arabischen Wörtern (inkl. Aussprachehilfe für nicht-arabisch lesende Menschen). „Am Tag, als Saída zu uns kam“ macht deutlich, dass zwei unterschiedliche Sprachen kein Hindernisgrund für Freundschaft sind und knüpft damit an die Lebensrealität vieler Kinder gerade im urbanen Umfeld an. Die Aufwertung von verschiedenen Sprachen abseits des leidigen Defizit-Diskurses rund um Deutsch(un)kenntnisse ist wohltuend.

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Bild: Cornelia

Leseprobe: „Und wir erfuhren, dass es in jeder Sprache Wörter gibt, die so warm sind wie der Atem und so kalt wie Metall. Wörter, die verbinden, und Wörter, die trennen. Wörter, die verletzen, und Wörter, die zum Lachen bringen. Wörter, die kitzeln, und Wörter, die sich anfühlen, als würde man von innen gestreichelt. An manchen Tagen malten Saída und ich die Wörter bunt an und ließen sie wie Vögel oder Schmetterlinge fliegen. Andere legten wir auf den Rasen, damit sie in der Sonne, im Mondlicht oder im Glanz der Sterne badeten. An manchen Tagen schichteten wir die Wörter zu Hügeln auf und ließen uns darauffallen. Ich lachte, wenn meine Zunge sich zu einem V verknotete. Saída hustete, wenn ihr ein F zwischen den Zähnen steckenblieb. Dann bot ich ihr ein Stück Kuchen an, damit der Husten aufhörte, und sie schenkte mir eine Süßigkeit aus Mandeln und Honig, die am Gaumen klebt.“

Resümee: Das Buch ist ein kleiner Schatz für Menschen, die Sprache lieben. Es zeichnet ein Bild von Wörtern, die so viel mehr transportieren, als man anfänglich meinen möchte, und zeigt dadurch, wie viel man teilt, wenn man (s)eine Sprache teilt. Dadurch ist die Geschichte auch recht abstrakt und braucht gerade bei jüngeren Kindern vermutlich die eine oder andere zusätzliche Handreichung über den Vorlese-Text hinaus. Darüber hinaus ist auch diese Geschichte so viel mehr als lediglich ein Buch über Sprache, sondern erzählt von einer Freundschaft – über künstlich gezogene Landesgrenzen hinaus.


Anmerkung: Die vorgestellten Bücher gehören meinem Kind (5 1/2 Jahre) bzw. sind bei einer der Zweigstellen der Büchereien Wien entlehnt. Die Auswahl habe ich selbst getroffen, d.h. auch, dass es keinerlei Gegenleistung durch Verlage oder andere Profiteur_innen gegeben hat.

Beitragsbild: Cornelia

Erschienen in: weiter.machen

 

 

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3 Kommentare

  1. Tolle Bücher, vielen Dank. Da werde ich mal in der Bücherei schauen. Was auch noch in die Reihe passen würde ist „Frerk, Du Zwerg“ von Finn-Ole Heinrich. Schau es Dir mal an, falls Du es noch nicht kennst. Die Kinder lieben es!

  2. Gabriele Wald

    Danke.

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