Dass man so viel reinsteckt, das hätte ich mir nicht gedacht.

Vor neun Monaten hat A. ihre erste Tochter K. bekommen. Sie ist 33 Jahre alt und lebt in Wien. Antonia hat mir ihr über den Übergang zum Muttersein gesprochen.

spielzeugAntonia: Ich möchte gerne mit dir über den Übergang vom Leben ohne Kind zum Leben mit Kind sprechen. Also darüber, wie es ist, wenn man dann Mutter ist. Als erstes wollte ich dich bitten, mir ein bisschen etwas über deine Familie zu erzählen.

A: Meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt, sie ist unser erstes Kind. Ich bin mit ihrem Papa seit über 11 Jahren zusammen, also schon sehr lange. Wir sind also diese kleine Familie. Unsere Tochter K. ist ein Frühlingskind, sie ist im März geboren und das war sehr angenehm, dadurch hatte ich eine Winterschwangerschaft, was ich ganz gut fand, weil ich immer ein kleines Heizkraftwerk mit mir herumgetragen habe und nach der Geburt ist es dann schon bald wieder Sommer geworden, was auch sehr super war.

Antonia: Das heißt ihren Geburtszeitpunkt hast du als ideal empfunden?

A.: Ja, schon, ja. Einerseits ideal vom Jahreszeitpunkt, aber auch vom Zeitpunkt in unserem Leben.

Antonia: Ah das klingt gut. Das heißt es war für euch beide ein guter Zeitpunkt um Eltern zu werden?

„Eigentlich war es so, dass es für mich schon immer klar war, dass ich Kinder haben will.“

A.: Wir haben schon länger darüber gesprochen, bzw. eigentlich war es so, dass es für mich schon immer klar war, dass ich Kinder haben will. Für M. war das am Anfang weniger klar, aber es hat sich dann irgendwie so entwickelt, also so über die Jahre. Wir waren ja noch sehr jung als wir zusammengekommen sind. Wir sind jetzt beide 33. M. hat gleich am Anfang unserer Beziehung einmal gesagt, in so eine Welt will er keine Kinder setzen. Mir kommt aber vor, er hat dann immer mehr mitgekriegt, wie das Leben mit Kindern so ist. Ich hatte schon immer mehr Erfahrung mit Kindern, auch weil ich schon während des Studiums babygesittet habe. Als dann seine Nichte und sein Neffe zur Welt gekommen sind, hatte er dann zum ersten Mal so richtig Kontakt mit Kindern und unsere Freunde haben auch frühestens mit Ende zwanzig Kinder gekriegt und ich glaube, dass für ihn erst da dieser Berührungspunkt da war.

Antonia: Hat er dadurch kennen gelernt, oder erlebt, wie es sein könnte, mit Kindern zu leben?

A.: Genau und ich finde es auch super, dass ich die Jahre zwischen 20 und 30 für mich gehabt habe und ich finde es war eine gute Zeit so bis jetzt Anfang 30, und jetzt war es aber auch gut ein Kind zu kriegen.

Antonia: Das heißt dieser Übergang war zu einem für euch richtigen Zeitpunkt. Und wie war es dann für euch in das Elternsein reinzufinden? Was war vielleicht schwierig am Anfang oder was war einfach. Gab es besondere Herausforderungen? Es ist ja alles oder Vieles neu am Anfang.

A.: Ich finde es ist immer noch so. Das ist ja alles ein Prozess. Es ist ja nach wie vor noch sehr viel neu.

Antonia: Es ist ja noch nicht abgeschlossen klar. Also vielleicht sollte ich fragen, was ist schwierig, oder ist irgendetwas schwierig? Oder ist das nur meine Erwartung, dass etwas schwierig ist?

„Das Ich ist plötzlich ein Wir.“

A.: Also was eine Herausforderung für mich ist, ist, dass irgendwie das Ich nicht mehr so existiert, sondern das Ich ist plötzlich ein Wir. Das Ich hat wenig Platz, es braucht immer viel Organisation um Platz fürs Ich zu kriegen. Und gemeinsam mit meinem Partner geht es halt schon viel ums Kind. Das ist eh das was man auch vorher immer hört, dass halt die Beziehung weniger Platz hat und dass es schwierig ist sich miteinander über sich auszutauschen, dafür ist irgendwie wenig Zeit und wenig Raum. Also nicht, dass wir nicht miteinander reden, aber es geht halt dann in erster Linie darum, was ist im Job passiert und was ist mit K. passiert.

Antonia: Habt ihr da schon eure Wege gefunden damit umzugehen? Oder ist jetzt einfach weniger Zeit dafür und es wird wiederkommen?

A.: Ja, also das Gute ist, dass wir auch Babysitter_innen in Wien haben. M.s Schwester hat schon einmal auf K. aufgepasst und sie ist ein großer Fan von ihrem Cousin und ihrer Cousine. Und auch meine Mama passt immer wieder auf sie auf und auch meine Schwester.

Antonia: Es ist also sehr wertvoll, dass es da Menschen gibt, die noch zusätzlich für eure Tochter da sind.

A.: Genau, und in letzter Zeit war es dann oft so, also wenn sie aufgepasst haben, dann habe ich gearbeitet. Aber sie passen auch immer wieder mal abends auf, so dass wir mal weggehen können. Es ist halt grundsätzlich sehr anders, dass man nicht einfach weggehen kann. Dass man sich immer etwas überlegen muss, was man macht. Wir haben uns dann immer so Sachen wie Theater oder ein Konzert rausgesucht.

Antonia: Man muss gut planen und kann nicht spontan sein.

A.: Ursprünglich war auch mit meiner Mama geplant, dass sie einfach regelmäßig alle 14 Tage an einem bestimmten Abend auf K. aufpasst. Aber das hat sich bisher noch nicht so richtig etabliert, sondern es ist eher so, dass ich sie immer punktuell frage.

Antonia: Habt ihr das schon in der Schwangerschaft besprochen?

A.: Eigentlich hat mich mein Papa auf die Idee gebracht und ich habe dann meine Mama gefragt, ob sie sich das vorstellen könnte und sie hat auch gemeint, das würde gehen.

Antonia: Und wie habt ihr den Übergang vom Paar zum Elternsein erlebt?

A.: Das ist irgendwie so passiert. Ich weiß nicht, ich kann das nicht als abgeschlossen sehen. Am Anfang war es so, dass M. drei Wochen zuhause war und wir drei Wochen gemeinsam hatten, was super ist. Was auch gut ist, ist dass er nur dreißig Stunden arbeitet und Gleitzeit hat. Es gibt dann auch wieder Zeiten wo er mehr arbeitet, aber es ist jetzt nicht so, wie bei vielen anderen Familien, dass er den ganzen Tag weg ist, sondern er kommt dann oft um vier Uhr oder um drei oder er geht manchmal später weg in der Früh. Und als ich im Oktober wieder zu arbeiten begonnen habe, also geringfügig, da hat er immer am Freitagnachmittag K. gehabt. Und meine Ausbildung ist ja auch weiter gegangen, da hat er sie auch immer und das finde ich gut, dass das für ihn selbstverständlich ist, also dass er nicht mit mir darüber diskutiert. Das ist einfach so, dass ich da Seminar habe und er dann zu diesen Terminen einfach da ist.

Antonia: Das heißt du hast dann auch deine anderen Bezugspunkte?

A.: Ja und ich denke, dass das wichtig für mich ist. Also auch weil ich schon mitgekriegt haben, dass Freundinnen auch, also immer nur Baby, Baby, Baby….

Antonia: Also es ist auch gut mal wieder über etwas Anderes zu reden?

A.: Ja und auch intellektuelle Herausforderungen zu haben.

Antonia: Ja, das kenne ich auch gut.

Antonia.: Vermisst du etwas aus deinem früheren Leben ohne Baby?

A.: Ja, ich vermisse es schon Zeit für mich zu haben. Ich will schon ewig mal, also ich habe mir überlegt, was so etwas für mich wäre, und ich möchte einmal zu einer Kosmetikerin gehen, so eine Stunde oder so. Das habe ich eigentlich schon lange entschieden, aber es passt einfach nie. Sich die Zeit frei zu schaufeln ist schwer möglich. Oder einfach einmal etwas spontan entscheiden zu können, das geht nicht. Es muss zum Beispiel immer einen Berührungspunkt zwischen mir und M. geben. Ich muss ihm ja immer K. übergeben. Ich kann nie sagen, ich fahr jetzt irgendwo hin und mache es einfach.

Antonia: Oder kennst du das auch, wenn dich jemand um ein Treffen/einen Termin ohne Baby fragt und du musst immer sagen, hm ich muss das zuerst abstimmen.

A.: Ja genau, spontan kann ich immer nur mit ihr. Und was ich auch vermisse ist, also ich finde schon, dass nicht nur sie sehr abhängig von mir ist, sondern auch ich bin sehr abhängig von ihr.

Antonia: Also es ist auch für dich neu, wenn sie nicht da ist?

A.: Nein, gar nicht so sehr das. Sondern zum Beispiel, wenn jetzt der Tag extrem anstrengend war und ich sehr müde bin. Also ich muss dazusagen, es funktioniert eh sehr gut in der Nacht, aber ich kann nie sagen heute schlafe ich einmal voll aus, heute Nacht werde ich mich total erholen, weil ich ja nie weiß, wie die Nacht wird. Ich bin abhängig davon wie es ihr geht und so ist dann auch meine Stimmung. Verstehst du wie ich das meine?

Antonia.: Es ist so eine enge Beziehung, dass, wie es ihr geht sich auch extrem auf dich auswirkt?

A.: Ja und ich kann zum Beispiel nie sicher davon ausgehen, dass ich mich ausrasten kann. Wenn sie nicht gut schläft, dann kann ich mich auch nicht ausrasten. Da ist meine Strategie jetzt, dass ich relativ früh ins Bett gehe und dann die Nacht dadurch auch erholsamer ist, weil ich mehr zum Schlafen komme.

Antonia: Das ist gut, wenn man es schafft die kostbaren Abendstunden zu kürzen, aber Schlaf ist natürlich auch kostbar.

A.: Das finde ich ist eben auch etwas, was uns ganz gut gelingt, dass K. immer zwischen 7 und 8 ungefähr schlafen geht, dann haben wir zumindest noch zwei Stunden, in denen wir einfach ohne sie den Abend verbringen. Das finde ich sehr angenehm.

Antonia Ja, das ist ganz wertvoll und wichtig.

Antonia: Dann wollte ich dich noch fragen, wie sich die Beziehungen zu deinen Freundinnen/Freunden verändert haben, seit du eine Tochter hast? Hat sich da etwas verschoben? Und wie gelingt es dir mit Menschen ohne Kinder in Kontakt zu bleiben?

A.: Für meine Ausbildung musste ich meine aktuellen Bezugssysteme aufzeichnen, das war noch in der Schwangerschaft und das habe ich jetzt einmal wieder angeschaut und das habe ich spannend gefunden, weil sich das natürlich schon sehr verändert hat. Und zwar wirklich so, dass Leute die selber in ähnlichen Situationen sind enger werden, weil man mehr die Möglichkeit hat sich zu sehen und sich auszutauschen und zum Beispiel, auf dieser Grafik da gab es eine Freundin, die in der Schwangerschaft noch relativ nah war, die ich jetzt fast nie mehr sehe. Und ich fühle mich jetzt emotional nicht viel weiter weg, also schon ein bisschen, aber sie hat kein Kind, arbeitet viel und das geht sich dann, dieses Spontane geht halt nicht mehr.

Antonia: Und dass man sich mit solchen Menschen eher abends trifft oder später, oder gemeinsam weggeht, macht es auch nicht einfacher.

A.: Ich bin eh total zufrieden, also ich bin sehr zufrieden mit meinen Sozialkontakten muss ich sagen. Und es ist eigentlich nie so, dass ich nicht weiß was wir machen sollen. Ich bin ja eher eine…

Antonia: Du hast also auch schnell andere Mütter kennengelernt oder hattest schon Kontakte…also Langeweile oder Isolation ist für dich nicht so ein Thema?

A.: Nein, gar nicht. Ich habe im Schwangerenyoga einige kennen gelernt, die auch in der Nähe wohnen und den Kontakt zu dir. Es ist natürlich etwas Anderes. Also ich habe mich gefreut, als du auch schwanger wurdest, und halt auch den Austausch so, das ist auch wichtig und wertvoll. Und auch gerade jetzt im Winter ist es wertvoll, wenn man Anschluss hat, weil die Spaziergänge nicht mehr so viel Zeit einnehmen können wie im Sommer.

Antonia: Ich denke auch, dass es ein sehr wichtiges Thema ist, ob man während der Karenz untertags Leute hat, mit denen man seine Zeit verbringen kann. Kurse sind natürlich fein, aber es ist auch immer die Frage, ob man da jemanden kennen lernt.

A.: Mich stressen die Kurse ja eher. Ich bin total froh, dass die Kurse jetzt wieder vorbei sind. Am Montag war der letzte Schwimmkurs und letzten Freitag war die letzte Spielgruppe und ich habe eher das Gefühl, dass ich durch die Kurse und durch meine Arbeit und die Ausbildung so wenig freie Zeit habe, wo ich einfach Sachen ausmachen kann.

Antonia: Also dir wird auf jeden Fall nicht langweilig, sondern es ist eher das Thema, dass viel los ist.

A.: Ja es ist sogar so, dass ich manche Menschen gerne noch öfters sehen würde und sich das nicht ausgeht. Wie zum Beispiel L., die gleich alt ist wie K. Aber wo wir das dann irgendwie nicht schaffen, dass wir uns sehen. Und was auch super ist, ist C., die ums Eck wohnt und auch spontan oft Zeit hat.

fuesse

Antonia Das ist auch toll, oder? Wenn man andere Frauen in der Nähe hat. Empfindest du das auch so, dass die örtliche Nähe bedeutender wird, dass sich der Aktionsradius verringert?

A.: Total, ja. Also alles um den Augarten ist super.

Antonia: Ja, so geht es mir auch, aber mit der U-Bahn irgendwo hinfahren, das ist oft schon zu viel.

 Antonia.: Und noch eine Frage: Hast du das Gefühl, dass du alles dafür hast, was du brauchst, um dein Muttersein so leben zu können, wie du gerne möchtest? Also hast du die Ressourcen, die Umgebung, das Wohnumfeld…?

A.: Ich fühle mich sogar recht privilegiert, in dem Sinne, dass ich erstens finde, dass unser Beziehungsstatus gut passt, dass der Zeitpunkt gut passt und mir vorzustellen, wie ich es alleine schaffen könnte, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Also das passt alles gut. Dann ist es finanziell, also es ist nicht so, dass wir voll viel haben, aber es geht sich genau aus.

Antonia: Du hast also keine großen Sorgen?

A.: Genau keine großen Sorgen, die Wohnung ist super, da sind wir noch in der Schwangerschaft umgezogen und die eignet sich super, mit Wohnküche und so.

Antonia: Also, du hast eigentlich alles, was du so brauchst?

A.: Ja, und eben auch psychisch fühle ich mich stabil. Ich denke mir immer wieder mal, Wahnsinn, gerade auch weil ich in der Arbeit oft mit Müttern zu tun habe, die sehr schwierige Umstände haben, also mit Gewalterfahrungen, Alleinerzieherinnen, oder einfach mit wirklich schwierigen Umständen und wo ich mir jetzt umso mehr denke, Wahnsinn, wie die das überhaupt schaffen können. Ich fühle mich echt am Abend oft ausgelaugt, obwohl gar nichts Besonderes war. Umso bewundernswerter ist es, wie das andere schaffen können.

Antonia: Und auch, dass du weißt, du kannst in deinen Job zurück und ihr habt auch schon eine Kinderbetreuung für K. Das sind schon sehr ideale Faktoren. Aber du bist auch immer so gut organisiert. Also du weißt auch wie du dafür sorgst.

A.: Das war ja auch mit dem Zeitpunkt ein Kind zu kriegen so. Wir wussten schon mehrere Jahre, dass wir dann doch Kinder wollen. Oder ein Kind wollen. Und dann haben wir es aber schon immer noch ein Jahr rausgeschoben, also immer wieder gesagt, ja nächstes Jahr reden wir dann darüber. Es ist natürlich schon so, da studiert man, dann ist man fertig, dann ist man vielleicht nicht so zufrieden in dem Job, dann wechselt man noch einmal und dann immer dieser Gedanke, ich will wo angekommen sein, bevor ich in Karenz gehe. Ich will ja da auch schon ein bisschen gearbeitet haben und das hat sich bei mir jetzt gut ergeben, weil ich mit meiner Arbeitsstelle sehr zufrieden bin und 25 Stunden mache und zusätzlich meine Ausbildung. Es war dann einfach der Zeitpunkt, na gut jetzt wäre es eigentlich ok. Und auch, dass ich es mir im Job einteilen kann, wie ich das will. Wenn ich später mal K. früher oder später abholen muss. Wir haben eben eine Tagesmutter für K. wenn sie dann eineinhalb ist. Das habe ich aber auch über Kontakte irgendwie gekriegt. Das stimmt, ich bin da ganz gut im Organisieren, aber es war trotzdem auch Glück.

Antonia: Da finde ich, hört man aber auch wieder raus, wie viele Themen es da gibt und wie herausfordernd das auch alles ist, dass man das so hinkriegt, dass man gut leben kann.

A.: Ja, ich kriege das auch bei anderen mit, dass gerade die Kinderbetreuung eine große Frage ist und da bin ich froh, dass wir diese Tagesmutter schon jetzt haben. Die ist halt super und macht auch eine Spielgruppe und da weiß ich schon jetzt, dass ich mich dann verlassen kann, dass die das gut macht. Wenn ich das nicht hätte, würde es mich viel mehr stressen.

Antonia Dann kannst du auch die Karenzzeit eher genießen. Wobei ich den Begriff „genießen“ in diesem Kontext immer schwierig finde, aber…dann gibt es zumindest nicht so viele parallele Aufgaben. Ich denke mir immer, es ist schon eine große Aufgabe das Kind zu betreuen und wenn es dann noch viele andere offene Baustellen gibt, dann wird es schwierig.

„Es ist auf jeden Fall eine große Veränderung, von keinem Kind zu einem Kind.“

A.: Ja, ich finde es ist auf jeden Fall eine große Veränderung von keinem Kind zu einem Kind. Ich habe mir das vorher nicht so vorstellen können. Auch so mit dem Lesen, dass man dann eigentlich nicht mehr richtig zum Lesen kommt.

Antonia: Und nicht die Möglichkeit hat sich tiefergehend mit etwas auseinanderzusetzen? Ich denke mir immer, neben dem Job schaffe ich das schon schlecht, aber mit einem Baby. Wenn man müde ist und nie weiß, wie lange habe ich eigentlich Zeit.

Antonia.: Magst du abschließend noch etwas sagen? Vielleicht noch etwas darüber, was dir besonders Freude macht, damit wir nicht nur über die schwierigen Dinge gesprochen haben?

A.: Also zuerst möchte ich noch sagen, dass ich mir noch nie gedacht habe, das war die falsche Entscheidung. Also es war, es ist einfach ganz anders, aber es ist automatisch ok, dass es so anders ist.

Antonia: Man stellt das dann alles nicht in Frage.

A.: Auch wenn es noch so anstrengend ist, es wäre noch nie der Gedanke dagewesen, dass ich mir denke, hätte ich das vielleicht doch nicht machen sollen. Das ist vielleicht wichtig. Und ja es klingt immer so blöd, man hört das oft und dann denke ich mir immer, es klingt blöd, aber mitzukriegen wie das Kind wächst und wie es neue Sachen lernt und wie es sich verändert, das gibt einem viel. Und es ist interessant, dass man dann auch, obwohl man….ja gut, man trägt schon viel dazu bei. Jetzt kann sie halt schon winken und klatschen und solche Sachen. Mitzukriegen wie sie von einem ganz kleinen Menschen zu einem größeren Menschen wird.

Antonia: Wie sie ihre Persönlichkeit mehr und mehr entwickeln.

„Ich glaube, sie hat auch ein Glück mit uns.“

A: Wahrscheinlich kann man auch stolz sein, man trägt ja doch auch viel dazu bei, dass sie sich so entwickeln. Ich glaube, sie hat auch ein Glück mit uns.

Antonia: Auch wenn das immer so klischeehaft klingt, du hast also das Gefühl du kriegst viel zurück.

A.: Ja genau. Ja und gleichzeitig merke ich auch, wie viel man reinsteckt, das hätte ich mir irgendwie, also ich habe schon gewusst, dass es anstrengend ist, aber dass man so viel reinsteckt, das hätte ich mir nicht gedacht.

Antonia Man kann es sich ganz schwer vorstellen, oder?

A.: So wie wenn einem in der Schwangerschaft alle immer sagen, schlaf noch vor. Du wirst sehen, du wirst nie mehr so schlafen. Wo ich mir immer denke, diese Tipps sind eigentlich für die Fische, vor allem stimmt es auch irgendwie nicht.

Antonia: Aber gäbe es irgendetwas was Sinn machen würde, werdenden Eltern mit auf den Weg zu geben?

„Ihr werdet das schon machen.“

A: Ich finde eher, also ich sage jetzt eher immer, ihr werdet das schon machen. Es kommt alles so wie es kommt.

Antonia: Eher so: glaubt an euch!

A.: Ja und zum Beispiel auf die Geburt kann man sich ja auch nicht so vorbereiten, dass es dann so ist, wie man es sich gedacht hat. Man kann noch so viele Bücher lesen und dann wird es doch anders und das ist denke ich mit der Elternschaft gleich. Man weiß nicht, wie das Kind wird. Man weiß nicht, wie es einem selbst geht mit dem Kind. Also, aber ja ich finde es bereichert schon sehr unser Leben.

Antonia: Das ist doch ein guter Abschlusssatz. Ich danke dir für das Gespräch und die Einblicke in deine Familie und deine Erfahrungen mit dem Mutterwerden.

Erschienen in: übergänge.

Fotos (c) A.

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Ein Kommentar

  1. nv

    Schönes Interview, danke!

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