Editorial: widerständig

umstandslos_editorial_widerstaendig

Im Oktober und November geht es auf umstandslos um alles Widerständige im Mutter- und Elternsein. Um unsere inneren Widerstände bestimmten Themen gegenüber genauso, wie um das sich Widersetzen, das Widerständig-sein als ein Infragestellen gesellschaftlicher Normen.

Zu diesen Themen haben uns so viele Textvorschläge erreicht wie noch nie zuvor. Offenbar gibt es ganz viele widerständige Mütter da draußen. Wir freuen uns jedenfalls auf die  verschiedenen Blickwinkel, unter denen wir das widerständige Muttersein in den nächsten Wochen betrachten werden.

Als erster Beitrag erscheint der spannende Text „Eine Frühgeburt ist nicht ansteckend“ von Anna. Sie erzählt darin, wie sie die gezogene Grenze zwischen den „Intensivmüttern“ und den „normalen Müttern“ erlebte und wie es dazu kam, dass sie es heute mag „wenn wir irritieren“.

Im darauffolgenden Beitrag macht sich Emma Gedanken ob feministisch schwanger sein gleichzusetzen ist mit widerständig schwanger sein. Am Ende ihrer Schwangerschaft reflektiert sie darüber, wie sie zu ihrem unaufgeregten und entspannten Zugang zu Schwangerschaft und Geburt gefunden hat und welchen Widerständen sie sich dabei ausgesetzt sah.

Erst das Baby und dann die Mutter? Bereits in der Schwangerschaft und vor allem in der Säuglingszeit gibt es offenbar die Erwartung, die Bedürfnisse des Babys vollkommen über jene der Mutter zu stellen. Antonia möchte auch mit Baby nicht auf eigene Bedürfnisse verzichten und versucht den diesbezüglichen gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber wachsam und widerständig zu sein. Ob und wann ihr das gelingt, erfahren wir in ihrem Text.

Katrin lebt seit sechs Jahren in einer lesbischen Partnerschaft und ist mit ihrer Partnerin gerade Mitten in der Familienplanung. Sie haben sich für den Weg der donogenen Insemination entschieden. In ihrem Artikel berichtet sie von den Widerständen ihrer Familie, von den Widerständen einer Gesellschaft, in der es nicht vorgesehen ist, dass zwei Frauen ein Kind bekommen und von den Widerständen für Frauen, die jung Mutter werden, während andere dafür kämpfen spät Mutter sein zu dürfen…

Ella erzählt uns von ihrem Sohn (der vielleicht eine Tochter ist), der einen Rock zur Einschulung trug und von den Widerständen, die das in seiner Schule auslöste.

Seitdem sie weiß, dass sie schwanger ist, macht sich Sarah Gedanken darüber, wie sie ihr bisheriges Leben mit einem Kind vereinbaren kann. Dabei stößt sie sich schon sehr früh an Erwartungen, die mit Schwangerschaft und zukünftigem Muttersein einhergehen. Ihr Text “Über Mütter“ fragt nach möglichem Widerstand gegen diese Erwartungen und thematisiert die Gefühle, die der Widerstand auslöst.

Ein Beiträg über die Widerstände, denen binationale Paare mit Kindern (nicht nur) auf rechtlicher Ebene ausgesetzt sind kommt von EHE OHNE GRENZEN.

„Hex Hex – Muttersein mit Behinderung“ so der Titel des Textes von Elisabeth Löffler, die Leiterin der Peer-Beratungsstelle Zeitlupe und Vorstandsmitglied bei BIZEPS ist. Sie beschreibt darin ihren Weg, sich ihren Kinderwunsch als Mutter mit Behinderung zu erfüllen. Die reale Möglichkeit sich diesen auch unabhängig vom Einverständnis oder Wohlwollen anderer zu erfüllen, rückte erst durch das Leben mit Persönlicher Assisstenz in greifbare Nähe.

Lovis stellt sich in ihrem Beitrag die Frage, inwiefern ihre eigene Erziehung zur Entwicklung von Zivilcourage und Widerstandsgeist beigetragen hat und wie sie das nun selbst mit ihren Kindern gestalten möchte.

Wie lässt sich Widerstand gegen unser aktuelles System mit Kindern leben? Diese Frage beschäftigt auch Lisa. Sie schreibt darüber, wie schwer und wie leicht das manchmal fällt und wie viele Zweifel und Sicherheiten ein abweichender Weg gleichzeitig eröffnet.

„Wissen Sie, ich bin unter starken Frauen großgeworden.“ Dieser Gemeinplatz fällt Pitz immer wieder in Interviews auf. Für umstandslos analysiert sie, warum es als so positiv gilt, unter starken Frauen aufgewachsen zu sein.

Im November erscheint Mareice Kaisers Buch „Alles Inklusive. Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“ im S. Fischer Verlag. Wir freuen uns als kleinen Vorgeschmack das wunderbare Kapitel „Für immer Punk. Eine Liebeserklärung“ vorab veröffentlichen zu dürfen.

Für ein Wie jetzt? haben wir diesmal die Menschen hinter diebin.at gebeten uns Fragen zu widerständiger Technologienutzung zu beantworten. diebin.at ist ein emanzipatorisches Server-Projekt, das IT Services, insbesondere für andere emanzipatorische Initiativen und Aktivist*innen anbietet.

„Mama. Love, Motherhood and Revolution“ heißt das jüngste Buch der australischen Autorin und Journalistin Antonella Gambotto-Burke. Ein feministisches Mutterschaftsmanifest oder nur eine reaktionäre Gratwanderung entlang biologistischer Mutterschaftsmythen? Cornelia liest und rezensiert die Anthologie für umstandslos.

Wir freuen uns auf diese interessanten Beiträge und wie immer auf eure Meinungen in den Kommentaren!

Antonia, Catherine und Cornelia

 

Advertisements

2 Kommentare

  1. cloudette

    Wow – eine beeindruckende Liste an spannenden Beiträgen! Ich freu mich drauf <3!

  2. Das geht mir auch so. Ich bin sehr gespannt auf die Beiträge. Herzlichen Dank für die Vorfreude.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: