Linksammlung. Super. Väter.

Viel Diskussion gab es um den Text von Jochen König zur feministischen Vaterschaft. Auch darüber, inwiefern Väter, die sich feministisch positionieren und dabei Dinge ansprechen und einfordern, die Feministinnen seit Jahrzehnten fordern, aufgrund ihres Vaterseins (Mannseins) mehr Aufmerksamkeit bekommen, so wie es @frau_naijn auf Twitter angemerkt hat.

Wir möchten euch an dieser Stelle die angesprochene #ohneVaeter Interviewreihe empfehlen, in der sehr spannende Eltern_Mütter* zu Wort kommen, die ihre Kinder (zum größten Teil) ohne Cis-Väter betreuen.

Viel Diskussion und darauffolgende Blogbeiträge gab es dann auch als Reaktion auf Sigmar Gabriels Ansage, er bleibe drei Tage zu Hause, weil er sich um seine erkrankte Tochter kümmere.

Auch das ist nicht neu: Väter werden dafür gelobt, was bei Müttern für selbstverständlich gehalten wird – kranke Kinder betreuen, Windeln wechseln, Matschhose kaufen, Kindergeburtstag organisieren,…

Dr Mutti meint: Loben ist Erziehen. Und genauso, wie Kinderegos getätschelt sein wollen, wenn das erste Mal Schuhe binden klappt, wollen Väter gelobt sein, wenn sie von selbst drauf kommen, dass sie fürs kranke Kind Hustensaft besorgen. Positive Rückkopplung.

Das Nuf ist sich sicher, dass Loben nix bringt, sondern nur vorherrschende Stereotype zementiert und weiter an der Vorstellung festhält, dass die Mutter defaultmäßig alles regelt. Außer eben, sie delegiert.

Fuckermothers schreiben über die persönliche Verantwortung, die Väter hinsichtlich ihrer Familie einfach haben (sollten).

Und Cloudette thematisiert in einem Comic, wie sie es sich vorstellt, wenn Väter in ihrer (meist zweimonatigen Elternzeit) auch noch ein Buch über diese schreiben und arg viel darüber geredet wird. Über Mütter klar nicht.

Das Thema ist grundsätzliche schon länger auf der Bildfläche der feministischen Mütter*Blogwelt, einen tollen Text hat z.B. „AlsMenschverkleidet“ 2013 unter dem Schlagwort Linke Szenemackerpapis veröffentlicht.

„Ich habe den VaterdesKindes nicht verlassen, weil ich ihn nicht mehr gemocht hätte. Ich habe ihn verlassen, weil er geleugnet hat. Dieses zur riesigen Kluft angewachsene Machtgefälle zwischen uns. Welches immer da war, aber beim Eltern_Werden nochmal völlig neu erhellt hat, wie es um die Gleichberechtigung in unserer Beziehung tatsächlich steht.
[….]
Noch schlimmer dann, wenn sich doch in breiten Lettern auf die schwarzroten Fahnen geschrieben wurde, es anders zu machen. DIE Schwachstelle meiner Subkultur ist, dass sie sich so sehr gefällt in ihrem Anti-Sein. Widersprüche können da nur abprallen an all den meterdicken Mauern, aus Selbstgerechtigkeit erbaut. Wo sämtliche Unterdrückungsmechanismen für erkannt und verbannt geglaubt, kann nur Spalter sein, wer daran zweifelt oder gar offen zu kritisieren wagt.

Das gilt auch für viele der Neuen Väter™ hier. Szenekings mit Extrakrönchen, welche sie sich an ihren von allen *ismen befreiten Aktivistenegos blankputzen.“

Und glücklichscheitern setzte sich 2014 damit auseinander, wie ihrer Erfahrung nach Mütter die beste Lobby von Vätern sind.

Bild (c) Jiuck via flickr, CC BY-NC-SA 2.0, Zuschnitt und Rahmen umstandslos

erschienen in: Väter

 

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2 Kommentare

  1. Es ist schon ein bischen gruselig, seit ich mein erstes würmchen vom krankenhaus nach hause brachte, spührte ich diesen druck, wenn sie krähte, stand ihr vater nicht auf, er rief nach mir…ich musste sie, auch ihre kleine schwester mit auf die toilette nehmen, weil er sie mit, mit dem handy in der hand einen zeitungsartikel lesend nicht abnehmen wollte, er weigerte sich zu wickeln…er sagt einfach nein, deutlich, nein, oder er reagiert garnicht, nach einer weile war mir alles selbst verlohren gegangen…als wir 18 ind 17 waren haben wir nächte lang über gleichstellung, verantwortung und patriarchat gesprochen, ich war beflügelt in meiner wegwerfgeneration ihn, den mann gefunden zu haben, mit dem alles anders wird, und dann das…
    Nein, ich habe mich nicht getrennt, nein ich habe ihm nicht gesagt bis hierhin und nicht weiter, ich habe jede vorstellung von autonomie begraben. Bereite mich auf ein studium vor, ohne, dass ich sehe, wann ich neben bergen von wäsche und dem abend und wochenendseminar, was er macht, zeit dafür habe in die uni zu fahren, zu lernen, er sagt, wenn ich anfange muss er was machen, ich habe angst davor.
    Als unsere tochter starb hörte der letzte funke in mir auf zu leuchten, ich funktioniere, aber ich komme kaum hinterher, lernen? Wann?
    Doch mein mann sagte vor ein paar monaten, er mache die fortbildungen, um mehr geld zu verdienen, damit ich keinen druck hätte und zeit für mich, damit ich studiere, mein leben wieder aufnehme, wenn ich es kann. Er verstand sogar meine wut und verzweiflung auf diese aussage, aber nicht, wie beleidigt und nutzlos, selbstlos ich mich fühlte…ich will nicht dass er mich dazu macht, wozu verstand er nicht, und so bin ich selbst daran schuld, super, ich bin es ja, die sich nicht wehrt, deren nein verhallt und keine wirkung hat…

    Als ich eine stirnhöhlenendzündung bekam, rief ich ihn an, ich konnte nicht erledigen, worum er mich gebeten hatte, er sagte sofort, dass er die kleine von der kita abholt und suchte mir einen arzt raus der offen hatte. Auch in der folgenden woch holte er die kleine ein mal ab. Ich habe mich gehütet in freudenstürme zu verfallen, wegen zwei mal von der kita abholen…ich sagte danke, normal, glücklich, dass ich mich nicht halbbesinnungslos zur kita schleppen musste. Das ist mehr verantwortung, als er in den letzten vier jahren übernommen hat, der wandel hat begonnen, das studium wird realistischer. Eine tür in meiner isolierzelle…

  2. Mira

    Liebe Lovis, ich hoffe, deine Tür ging auf und du siehst Sonne. Dein Kommentar ist nun schon etwas älter, aber vielleicht liest du das noch. Wandel geht in kleinen Schritten. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du da raus kommst.

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