Rappende Väter: Familie und Karriere, can they have it ALL? Der Disstrack.

von Kristin

Deine Mudda ist… dickdummhässlichundnochschlimmer.
Aber sag das nicht den Kindern
Wir sind ja jetzt erwachsen.
Schau doch mal mein Schatz, das ist das, was Papa macht.
Nee hör mal zu: Alles Sch**** außer Mutti.
Komm, wir machen schnell ein Foto und dann muss ich wieder gehen.
Rap ist doch mein Leben, deshalb kann ich dich nicht so oft sehen
aber ich schreib dir einen Song…doch ehrlich, versprochen…….
und quäl damit den Rest der Welt.
Nur damit du und alle wissen, wie sehr ich dich beschützen will.

WuTang is(t ja schließlich auch) for the children.

Ehhmmm nun ja Spaß beiseite… ich bin letzter Zeit stark amüsiert von dem hohen Aufkommen an rappenden Vätern, also basically alle Dudes, die ich so in meiner Jugend gehört habe. Es ist vielleicht irgendwie die logische Konsequenz, die Herren sind ja nun auch nicht mehr die Jüngsten und irgendwie müssen sie ja das Geld ranschaffen oder so –  was? Ja, natürlich weiß ich nichts über das Privatleben der Jungs – aber es ist schon ein bißchen lustig, wie sie sich in diesen Songs vor allem selbst feiern. Hoch lebe das Patriarchat, das die Frauen & Kinder beschützt. Also erstere natürlich nur so lange sie gute Mütter sind… und was genau gut ist, hängt dann auch davon ab ob es die eigene Mutter, die Mutter ihrer Kinder oder deine ist und wie das jeweilige Verhältnis zueinander gerade so aussieht.

Natürlich könnte ich Mitleid mit ihnen haben. Ist bestimmt anstrengend ein manly man zu sein. Studioalltag, Lohnarbeit, auf Tour gehen UND Familie, da leidet schonmal die Familie Karriere unter dem Druck alles unter einen Hut zu bringen: die Musik und die Texte sind labberige, pseudo tiefsinnige Popsongs und wo andere Torch vernünftig dissen, müssen sie nen Song mit ihm aufnehmen … ha ha.

Ja, klar schreib ich diesen Text aus Rache. Für mich und für alle anderen Frauen, die in der Szene unsichtbar gemacht werden. Für schlechte deine Mutter Witze, für Mütter haben ja eh keine Ahnung von Rap und anderen Sexismus, über den ich als Fan auch mal lachen musste und für jeden. verdammten. Keks, den diese coolen Väter allein fürs Schaulaufen bekommen.

Sie gehören nämlich dazu, zu diesen neuen Papas, kurz vor der midlife crisis, die plötzlich Kindergärten gründen, politisch werden und Frauen respektieren („Ich habe ja jetzt schließlich auch eine Tochter“) und deshalb kaum noch hinterfragt werden. Während sich alle, die nicht cis-hetero-Typen sind, sowohl als Eltern, wie auch in der Musikbranche weiterhin den Arsch aufreissen müssen, um überhaupt gesehen zu werden.

Könnt ich das sachlicher formulieren, könnt ich, ordentliche Argumente finden, joa, aber wie sagte eine Freundin so schön: Argumente? Wer braucht Argumente, um Väter zu dissen?!



P.S.: Wer jetzt gerne alles auf diesen Rap schieben möchte, dem_der empfehle ich folgende Lektüre:  http://www.rollingstone.com/music/news/scott-weiland-s-family-dont-glorify-this-tragedy-20151207
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Kristin ist Bloggerin (memyselfandchild). 1 Tochter (2005). Lebt in Berlin. Alleinerziehend/double parent. Weiß (Kind ist Schwarz), cis, hetero gelesen/gefühlt queer. Lohnarbeit in der Musikbranche.

Beitrag erschienen in: väter.

Beitragsbild © Kristin

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Ein Kommentar

  1. Pingback: Ohne Väter: Prolog – me, myself and child

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