Editorial: väter

Prolog

von @frau naijn

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„(…) die 3 Väter, die mal ausnahmsweise keine kompletten Arschlöcher sind, (…) bekommen dann gleich wieder alle verschissenen Kekse, anstatt den Erfahrungen all der Frauen zu glauben, die sich tagtäglich den Arsch aufreißen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Nein es sind die Väter, die die Buchdeals kriegen. Weil NOT ALL MEN. WOOOHOOOO! Validation der Situation immer nur dann, wenn es ein weißer cis-dude genauso sieht wie Millionen von weniger privilegierten Menschen. Denen wird der rote Teppich ausgerollt und die Leute liegen ihnen zu Füßen & uhhh wie sie das genießen, anstatt die Aufmerksamkeit abzugeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jede Mutter* (ob sie sich nun entscheidet zu bleiben oder zu gehen) mehr leistet als all diese Väter zusammen. Die weißen cis-Väter müssen nicht mit dem Druck leben, die können einfach gehen und werden dann noch verteidigt – aber wehe, wehe anderen Eltern passiert auch nur ein Fehler oder Menschen, die nicht der scheiß Norm entsprechen, denken darüber nach Kinder zu betreuen.“

(Twitter am 10. Dezember 2015 | Anlass für den hier zu einem Text zusammengezogenen und am Anfang zur Lesbarkeit im Satzbau leicht veränderten Rant war ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung über abwesende Väter. Eine weitere lesenswerte Kritik daran gibt es bei den Phönix-Frauen: Der Mütterthron)


Zwei Jahre lang haben wir uns den Muttermythos, das Mutterideal und die Konstruktion von Mutterschaft zur Brust genommen. Wir haben dekonstruiert, analysiert und zynisch kommentiert. Wir haben Erfahrungsberichte gesammelt, Beobachtungen geteilt, Alltäglichkeiten ausgetauscht.

Zwei Monate lang wollen wir die Perspektive nun explizit auf das Gegenkonstrukt, den Vater, richten. Nicht ohne noch expliziter zu betonen: Die Bezeichnungen Vater und Mutter sind angesichts des in den Begriffen fortgesetzten Irrtums der Dualität der Geschlechter lediglich ein Hilfskonstrukt, um gesellschaftlich wirksame Ungleichheiten und (strukturelle) Machtverhältnisse sichtbar machen zu können.

Passend dazu gleich unser erster Vater-Text: Was, wenn ein Kind keine biologische Mutter hat, weil der Vater es austrägt? Iko gibt in seinem Text „Die Quadratur des Bauches – wie du als Mann schwanger wirst, bist, warst und gewesen sein wirst“ ein paar Überlebenstipps.

„Natürlich bin ich ein feministischer Vater“, sagt Robert ganz selbstverständlich von sich. Um sich dann die Frage zu stellen: „Aber was heißt das eigentlich?“ Für umstandslos verfasst er eine kritische Selbstreflexion über das Papa-Sein.

Maria kann sich nicht auf die Zunge beißen (und wir hoffen, sie wird es weiterhin niemals können!) und hat etwas schön Ironisch-Bissiges über rappende Väter geschrieben.

Väter mit Migrationsgeschichte sind in öffentlichen Debatten und im Alltag Vorurteilen und Verallgemeinerungen ausgesetzt. Claudia rezensiert das Buch „Väter in internationalen Familien“ (Carina Großer-Kaya, Özcan Karadeniz, Anja Treichel), das sich damit auseinandersetzt und einen Überblick über sozialwissenschaftliche Ansätze der Väterforschung sowie die interkulturelle Väterarbeit gibt.

Emanuel vom Verein Poika schreibt über die Legende von Superman und warum sie an der Tankstelle endet: Über Männer – und Väterrollen und Fallen am Weg der Veränderung.

Lisa hat an einem Projekt mitgearbeitet, das sich mit (rechten) Männerrechtsbewegungen in Österreich, den Inhalten, die sie vertreten, und ihren (Nicht-)Zusammenhängen auseinandergesetzt hat. Sie fasst für umstandslos die Ergebnisse zusammen.

Anne Bonnie vom Verein Raben-Mütter äußert sich ebenfalls zum Thema Väterbewegung. Sie skizziert die Bewegung in Deutschland und zeigt ihre Problematik in Bezug auf Feminismus auf – denn während Notwendigkeit bestünde Väterrollen zu bestärken seien die bestehenden Vereine für Väter stark geprägt von Maskulisten und ein Ort, an dem Frauenhass geschürt würde.

Jochen schreibt über feministische Vaterschaft, über gefeierte Väter, über einen Haufen Widersprüche, darüber wie Väter einer Debatte aus dem Weg gehen – und warum es doch wichtig ist, darüber zu schreiben.

Wir freuen uns auf interessante Texte und natürlich wie immer auf eure Meinungen in den Kommentaren!

Anna Lisa, Antonia, Catherine und Cornelia

PS: We are late to the party, but now we dance:

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