beziehungsweise

Die meisten von uns feiern Ende Dezember Weihnachten und Silvester. Feste, die Anlass geben, zusammenzukommen mit Freund*innen und Familie. Für diejenigen, die nach der Schule weggezogen sind aus dem Ort ihrer Kindheit, bietet Weihnachten oft eine der wenigen Gelegenheiten, Freund*innenschaften zu pflegen – irgendwie sind alle am selben Ort und ein bisschen Zeit ist meist auch. Über die Jahre entstehen so Rituale, Gepflogenheiten und institutionalisierte Zusammenkünfte mit Freundinnen und Familie. Tanzengehen am Heiligen Abend, Weintrinken mit den Eltern, der Besuch bei den Großmüttern an den Weihnachtsfeiertagen.

Wenn man ein Kind bekommt, verändern sich diese Rituale und Gepflogenheiten. Es wird nachgedacht über ein eigenes Weihnachtsfest, dort, wo mensch wohnt. Vielleicht hat mensch auch kein Bedürfnis, Tanzen zu gehen bis in die Puppen, steht das Kind doch eher sehr früh auf. Das Kindkriegen und das Kindhaben verändert die eigene Bedürfnislage, verschiebt manche Prioritäten. Und es verändert Beziehungen zu Freund*innen und Familie. Durch das Kindhaben wird mensch von allen plötzlich anders gesehen und das Verhalten von Kontaktpersonen ändert sich.

Wir wollen in der Ausgabe beziehungsweise. erkunden, was es auf sich hat mit den Beziehungen, die mensch als Mutter* hat.

Hierzu erfahren wir in einem Interview, wie es sich lebt mit einem erweiterten Familienmodell, bei dem Freund*innen von Anfang an in Hege und Pflege des Kindes eingebunden werden. Wir lesen Erfahrungsberichte über den mitunter romantisch verklärten Start der Beziehung der Mutter zum Neugeborenen, über eine lange Still-Beziehung mit Startschwierigkeiten, über die Schwierigkeiten der Pflege von Freund*innenschaften mit Kinderlosen und über das veränderte Familiengefüge und neue Beziehungen innerhalb desselben, wenn das eigene Kind ein Kind bekommt. Wir gehen Problemen in Geschwisterbeziehungen nach und Fragen uns, wieviel Mitspracherecht eigentlich der Staat haben sollte, wenn es um die Gestaltung der eigenen Familie geht. Dazu gehören auch ein Gastbeitrag einer Autorin, die seit Jahren mit Kind in einer Polybeziehung lebt und die Besprechung eines Buches, das verspricht, Familien in all ihrer Vielfältigkeit einen Raum zu geben. In einer Linksammlung verweisen wir außerdem auf Texte, die das veränderte Leben in (hetero) Paarbeziehungen untersuchen und sich hierbei auf die Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit kaprizieren.

Und weil es zu Weihnachten nicht nur um Beziehungen geht, sondern auch um Gaben, sammeln wir feministische Geschenkideen – Leser*innen sind hier herzlichst eingeladen, ihre Tipps und Ideen zu teilen.

Allen eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten, einen guten Start ins neue Jahr und viel Spaß beim Lesen wünscht:

umstandslos.

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