Das einzig Gute …

Ausgehend von Lara Fritzsches Text Unguter Hoffnung im SZ-Magazin, in dem es vor allem um die Angst schwangerer Frauen vor der Gewichtszunahme geht, berichten auf Twitter unter dem Hashtag #alsichschwangerwar derzeit Menschen von verschiedenen, meist unangenehmen Erfahrungen, in der Schwangerschaft. Umstandslos-Autorin Eva hat das Schwangersein so erlebt:

… am Schwangersein ist, dass ich damit durch bin. (Okay, zugegebenermaßen auch das Kind, das am Ende dabei rauskommt. Auch noch: 9 Monate ohne Periode.) Ganz im Sinne einer fairen Partnerschaft hätte ich den Job des Kind-Austragens ja gerne meinem Mann zugeschoben. Ich habe mich Fantasien hingegeben, wie günstig es doch wäre, wenn wir Säugetiere auch die Sache mit dem Eierlegen entdeckt hätten. Wie praktisch: Das Ei schön unter der Wärmelampe, das Baby wächst glücklich vor sich hin, und ich kann weiterhin mein Zeug so machen, wie ich will.

Aber nein! 9 Monate ohne Alkohol, während mein Mann sein Bierchen trinkt. (Nervige, garantiert ungerechtfertigte) Sorgen um Listerien, Toxoplasmose, Second-Hand-Zigarettenrauch, Gesundheit des Kindes etc. Nicht mehr allein aufs Klo gehen können. Nicht mehr auf dem Bauch schlafen können. Nicht mehr auf dem Rücken schlafen können. Und Vorfreude? Wird überbewertet – ich bevorzuge Freude am Kind, das ich im Arm halten kann. Insbesondere, wenn das Kind noch mal zwei Wochen länger braucht und dann nur unter Zwang auf die Welt kommt.

Aber hier das Nervigste am Schwangeren-Dasein: Während mein Mann sich überlegen konnte, welchen Kolleg_innen oder Freund_innen er wann die frohe Neuigkeit mitteilt, hatte ich keine Wahl. Jede_r Depp_in konnte mir ab dem vierten Monat, plus oder minus, ansehen, dass ich schwanger bin und seine_ihre doofen Kommentare dazu abgeben. Privatangelegenheit – schon mal gehört?

Hier meine beiden Favoriten: 1. Mein eh schon unsympathischer Arbeitskollege, der mir erstaunt mitteilte, dass mein Bauch ganz schön dick ist. (Ach wirklich? Wäre mir gar nicht aufgefallen!) Und 2. der wildfremde Typ, der mir an der Bushaltestelle die Hand auf den Bauch legen wollte, und dabei seinem Freund erzählte, dass ihn das Wunder des Lebens immer wieder begeistert. (Nein, danke! Ich fass dir ja auch nicht an dein – sonst wohin, Arschloch!)

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3 Kommentare

  1. Pingback: Einige Links zur Schwangerschaftsgewichtsdebatte | fuckermothers

  2. Danke! Ja! Ich kann das mit dem nervigen Antatschen meines Bauches gerade in meiner Schwangerschaft mit Pina voll nachempfinden – ich weiß nicht, wie unfassbar viele Menschen sich unglaublich distanzlos verhalten haben. Und das in einer Zeit, in der ich lediglich einen optischen Panzer vor mir her schob, ansonsten aber doch sehr dünnhäutig und verletzlich war.
    Danke fürs Teilen.

  3. anonym

    Da mein Bauch in der Schwangerschaft ein enormes Ausmaß entwickelte, wurde von den meisten mir bekannten Frauen hemmungslos kommentiert. Ich fand das nicht nur verletzend sondern auch respektlos. Die Freude auf meine beiden Kinder war groß, die über meine Körperausmaße nicht. Überhaupt fühlte ich mich, als habe sich die Natur meines Körpers bemächtigt und ich könne nur aushalten. Darüber stand in keinem Ratgeber etwas.

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