Du nicht. Nur die Mama.

Von Antonia

Es ist Abend. Mein Freund, unser Kind (26 Monate) und ich sind zu Hause. Es ist Schlafengehenszeit. Wir wollen uns abwechseln mit dem ins Bett bringen des Kindes. Heute ist mein Freund dran. So weit so gewöhnlich. Ich merke aber, dass ich ein bisschen Bammel davor habe, wie sich der Abend entwickeln wird. In den letzten Monaten ist es nämlich fast immer so gekommen, dass das Kind seinen Wunsch durchsetzte und ich mich letztendlich doch wieder mit ihm hinlegte, wenn ich denn zu Hause war.

Bin ich nicht da, dann ist Papa auch gut. Aber wenn ich zu Hause bin, werde ich in einigen Situationen Papa gegenüber vehement vorgezogen. Die „nur die Mama“ Situationen betreffen dann nicht nur das Schlafengehen, sondern auch Wickeln, Anziehen, Kinderwagen schieben, Stiegen runtergehen etc.

Macht Papa etwas, was ihrer Meinung nach Mama machen soll, dann kommt ein lautes, mehr oder weniger verzweifelt gebrülltes: Du nicht! Die Mama macht`s! Begleitet von Stampfen, Heulen oder sonstigen Ausdrücken von Wut und/oder Verzweiflung.

Möchte mein Freund sie ins Bett bringen, schreit und weint sie so stark, dass wir die Situation nicht lange aushalten und ich mir nach sehr kurzer Zeit denke, dass meine Belastung dieses Schreien auszuhalten größer ist, als der Energieaufwand sie ins Bett zu bringen. Wir geben sozusagen auf, ich bringe sie ins Bett, wir Eltern sind frustriert, das Kind ist zufrieden.

Auch wenn der Freund dann meist im Ausgleich mehr Hausarbeit oder andere Aufgaben übernimmt, finde ich die Situation belastend und würde sie gerne ändern.

Wir haben seit der Geburt des Kindes versucht Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Zeit mit unserem Kind gleichberechtigt aufzuteilen und ich finde das gelingt uns im Großen und Ganzen gut. Das Kind ist untertags in der Kinderkrippe und wir holen es abwechselnd am Nachmittag ab, hinbringen tut es fast immer Papa. Wir waren beide in Karenz, mein Freund wesentlich länger als ich. Und abgesehen vom Stillen (vielleicht liegt hier ein Teil des Problems begraben?) kann ich mir keine Unterschiede in der Intensität der Betreuung erklären. Ja, wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten und vielleicht fühle ich mich aufgrund meiner weiblichen Sozialisation mehr für Nähe und emotionale Fürsorge verantwortlich. Wir haben aber auch von Anfang an versucht diesen Zuschreibungen entgegenzuwirken.

Das beschriebene Problem haben wir versucht durch verschiedene Strategien zu ändern. Eine Zeit lang haben wir uns am Abend gemeinsam mit ihr hingelegt, in der Idee, dass sie sich dann (wieder) mehr daran gewöhnt, dass auch Papa sie einschläfert. Am ehesten hat bis jetzt folgendes funktioniert: ich bin am Anfang des Bettgehrituals noch dabei und sage meiner Tochter irgendwann, dass ich jetzt noch etwas arbeiten muss und gehe dann aus dem Zimmer (und verhalte mich, bis sie eingeschlafen ist, ruhig in der Wohnung). Sie weint dann kurz, akzeptiert aber in Folge manchmal, dass ich sie diesmal nicht in den Schlaf begleite.

Einmal hat das ganz gut funktioniert und Papa hat sie dann auch noch in der Nach beruhigt, als sie aufgewacht ist. Am nächsten Morgen ist sie dann zu mir gekommen und hat gefragt: „Warst du arbeiten?“ Da fühlte ich mich irgendwie schlecht. Sie war offenbar der Meinung ich hatte eine Nachtschicht. Anlügen möchte ich sie nicht.

Unser Ziel ist es, dass es genauso alltäglich ist, dass Papa sie ins Bett bringt, wie es das ist, wenn Mama es macht.

Spreche ich mit anderen darüber, dann kommen oft Erklärungen wie: In diesem Alter ist die Mutter dem Kind einfach näher, sie war ja auch neun Monate in deinem Bauch, du bist einfach die Mutter. Väter sind nun mal nicht so viel da und nicht so involviert in der Kinderbetreuung, das spüren die Kinder einfach. Lösungsvorschläge wie, ihr müsst das einfach ein paar Mal aushalten, dass sie so weint und dann wird sie es akzeptieren finde ich auch nicht gerade hilfreich.

Ich würde mich über Vorschläge, wie wir erst gar nicht in diese verzwickten Situationen kommen, bzw. wie wir sie auflösen können, freuen.

Wer eine Erfahrung zum Teilen oder einen Ratschlag hat, ein Buch kennt oder einen Trick kennt, um mit dem beschriebenen Problem umzugehen, der melde sich bitte in den Kommentaren. In 14 Tagen findet sich hier der Ratschlag einer sogenannten Expertin. 

Advertisements

24 Kommentare

  1. eva

    Ich eröffne mal die Kommentare…

    Ich hätte drei Vorschläge, die vielleicht helfen könnten.

    1. Geduld haben, Pause machen, in einem halben Jahr nochmal versuchen. Allgemeinplätze wie „so sind kleine Kinder nunmal“ sind doch auch deshalb so nervig, weil es um Eure konkrete Situation geht. Vielleicht ist es ok, wenn Euer Kind gerade im Moment Mama zum Einschlafen braucht. Ihr könnt die aktuelle Situation entspannen, wenn Ihr Euch für den Moment erlaubt, dem nachzugeben. In einem halben Jahr sehen die Dinge vielleicht schon wieder ganz anders aus und das Kind kann sich ohne größeres Leid auf Papa als Bett-bring-Service umstellen. (Wir hatten eine ähnliche Situation mit unserem Sohn, wo es darum ging, dass er in seinem eigenen Bett schlafen gehen sollte, nicht mehr im Eltern Bett. Mit 1 1/2 Jahren ein Mega-Drama. Jetzt, mit knapp 2 1/2, auf einmal gar kein Problem mehr.)

    2. An die Vernunft des Kindes appellieren. Der Erfolg hierbei ist natürlich davon abhängig, ob das Kind für sowas schon zu haben ist. Bei oben genannter Situation bei uns zu Hause zog das Argument „du bist schon ein großer Junge, du kannst das schon“. Außerdem gut: Erklären, warum man das gerne will („Papa möchte gerne auch mal. Ich möchte gerne abends in Ruhe was lesen, deshalb macht Papa jetzt.“). Wenn das jetzt noch nicht klappt, dann bestimmt, wenn das Kind ein bisschen älter ist.

    3. Kreativ werden. Vielleicht gibt es einen Trick, wie der Vater das Kind zum Mittagsschlaf bringt, wo die Mutter nicht gefragt ist? Oder ihr lasst euch ein völlig neues supertolles Einschlaf-Ritual einfallen, das das Kind nur mit Papa verbindet? Oder du machst jeden Abend einen Spaziergang, wenn das Kind ins Bett muss, solange, bis die Routine sitzt?

  2. ehrlichgesagtistdasmeinleben

    1. Glückwunsch! Toller Name für ein tolles neues Blog mit super Illustrationen.
    2. Ich kenne das auch andersrum. D.h. das Kind will unbedingt, dass der Papa die oben beschriebenen Sachen macht. Warum auch immer. Es geht also glaube ich nicht zwingend darum, dass du als Mutter/ Frau etwas machen sollst, sondern dass das Kind gucken will, wie weit es Einfluss darauf nehmen kann, wer etwas macht. Und dass es vielleicht gerade ein Lieblings-Elternteil hat. Das kann sich auch wieder ändern. Bei uns gibt es Mama-Phasen und Papa-Phasen.
    3. Generell finde ich, muss man immer erst überlegen, wie wichtig einem etwas wirklich ist. Wie wichtig ist es für dich, dass ihr das mit dem Abwechseln macht? Geht es mehr ums Prinzip oder brauchst die Zeit abends tatsächlich für dich? Damit meine ich nicht, dass das Kind bestimmen sollte, wer was macht, aber wenn man ambivalent ist, merken Kinder das oft und dann wird es immer schwieriger. Meistens ist der Zeitpunkt, zu dem man ganz klar für sich entscheidet, was man will oder nicht will, der, an dem das Kind damit plötzlich kein Problem mehr hat.

  3. Wir kennen das auch. Papa und Mama verbrachten ähnlich viel Zeit aber irgendwie hat immer Mama den Kleinkindmagneten im Körper. Bei uns hilft: Eine klare Haltung. Wenn es nicht anders geht, weil ich zu erschöpft bin oder etwas fertig machen muss sage ich ganz klar, dass das heute der Papa übernimmt und der sich schon drauf freut. Am Anfang gibts meist noch Widerstand, aber da Papas Haltung auch klar ist, klappt das dann dennoch.
    Solange wir können, gehen wir den Wünschen unserer Kinder gern nach. Aber alles geht nicht immer. Da hilft eine klare innere Haltung ohne schlechtes Gewissen, Bauchweh usw.
    Also: bei uns hilft es.

  4. Christoph

    hm … ich denke die genannten Argumente (Schwangerschaft, Stillen etc.) müssen hier wohl zu kurz greifen: Bei uns ist die Situation ziemlich ähnlich, nur eben um 180 Grad gedreht. „mama weg“ hör ich da in den gleichen Situationen, und schon bin ich wieder der, der am Boden kniet, neben dem Bett liegt oder eben dem „tragen, tragen“ nachgibt …

    Lösung haben wir leider auch noch keine gefunden, wir akzeptieren’s soweit wie es ist, und das macht’s in der Regel viel einfacher als auf eine Person zu beharren, weil sich unsere Tochter dann nur noch mehr in mich verbeisst.

  5. juli

    Bei uns war es aehnlich. Immer wenn der Papa dran war mit Ins-Bett-Bringen, gab’s Drama. Irgendwann haben wir geflunkert und ich habe dann immer gesagt, dass ich noch Einkaufen gehen muss (was ich auch teilweise getan habe), damit das Kind wusste, dass ich wirklich aus der Wohnung raus bin und es sozusagen sinnlos war, nach mir zu schreien.

  6. Also die sog. „Argmente“ hört man zwar oft, aber sie sind völliger Unsinn.
    Bei uns geht das nun schon seit vier Jahren so, dass mal ein paar Wochen alles nur Papa sein darf und dann wieder ein paar Wochen lang alles nur Mama. Meiner Erfahrung nach sind das Phasen die kommen und gehen.
    Wir haben uns danach angefangen, nach den Bedürfnissen des Kindes zu richten (bitte nicht verwechseln mit „nach seiner Pfeife tanzen“, denn das ist es nämlich nicht), anstatt nach irgend welchen im Voraus ausgearbeiteten Plänen und Prinzipien. Seither haben wir ein wesentlich harmonischeres Familienleben.
    Und wenn es mal nicht geht, habe ich gute Erfahrung gemacht wenn ich es im Voraus ankündige: Heute Abend wird Dich Papa ins Bett bringen, denn ich habe eine Sitzung.
    Und nicht vergessen: Das Kind hat das Recht, das Scheisse zu finden!

  7. DreiBienenKönigin

    Macht es einfach wie Ihr wollt – und Euch keinen Stress. Es gibt Mama- und Papa-Phasen. Stört es Euch wirklich, zieht es durch. Einen Tag Mama, einen Tag Papa, jede/r denkt sich eigenen Lieblingsquatsch fürs Kind aus. Geht es nicht, wenn Du da bis, gehst Du halt wirklich raus. Ich war irgendwann so sauer auf das Kind wegen der Mamarei, das ist einfach nicht gut – und für den Mann ist es auch frustrierend. Ist es Dir wichtiger, dass das Kind nicht schreit, dann steh dazu und mach das Abendritual, ohne schlechtes Gewissen! Manche Sachen laufen mit Kindern halt anders, als man es sich vorher gedacht hat. Es sind Entwicklungsphasen und sie gehen vorbei!

  8. Angela

    Ist bei uns genau gleich. Wenn ich zu genervt bin oder kaputt bin, bleibt Papa im Zimmer und ich gehe. Entweder weil ich noch arbeiten muss oder weil Papa heute dran ist. Wie vorher schon beschrieben: wenn wir ganz deutlich sind, hält sich das Weinen in Grenzen. Manchmal auch nicht und dann versuche ich, stark zu sein. Für den Vater ist es auch nicht einfach….
    Danke für diesen tollen Blog übrigens.

  9. Pingback: umstandslos. magazin für feministische mutterschaft | feministmum

  10. Auch bei uns wechseln extreme Mama- mit nicht minder ausschließlichen Papa-Phasen ab. Da unsere vorher getroffenen Abmachungen (heute Du, morgen ich) oft genug vom Sohnemann torpediert wurden, fragen wir ihn seit einer Weile (wenn wir beide im Prinzip verfügbar sind), wer ihn ins Bett bringen soll. Seitdem ist es wirklich entspannt und geht auch dann besser, wenn es mal nicht anders möglich ist (also wenn der Papa abends dran ist, obwohl gerade eine Mama-Phase herrscht).

    Schön hier übrigens!

    Grüße,
    Stefanie

  11. Wo ist eigentlich das Problem hier? Warum darf das Kind nicht selber entscheiden, mit wem es zu Bett gehen möchte? Mal ist eben die Mama diejenige, mal der Papa… das sagt ja nichts über die Beziehung aus. Unsere Tochter (2) ist auch so ein Mama-Kind und klar, den Busen hab‘ ich. Aber ist es schlimm? Für irgendjemanden? Ich bin mir sicher, dass, wäre ich ausser Haus, sie auch beim Papa irgendwie einschlafen würde. Ich bin aber zur Bettgehzeit zuhause und finde das auch OK so. Weil ich weiss, dass sie (verdammt schnell) gross wird und dann selber zu Bett geht, oder mit Papa. Und sie hat tagsüber am Wochenende auch gut und gerne und oft Papa-Momente, in denen nur der Papa ihr die Jacke etc. anziehen darf. Bitte… sie wird ihre Gründe haben. Ich sehe hier also keinen Handlungsbedarf

  12. Ich kann empfehlen, sich für die freien Abende feste regelmäßige Außer-Haus-Termine zu suchen (sei es Sport, Politik, Bildung, Basteln oder was eine sonst halt gerne tut) – das erhöht die Chance, trotz aller Abgeschlagenheit wirklich rauszugehen und etwas Sinnvolles oder Schönes zu tun, statt sich doch wieder entgegen der Planung vom Kind einspannen zu lassen.

  13. Donald Duck

    Also bei uns ist das ganz egal wer unsere Kids ins Bett bringt. Meistens bin’s ich (Papa) aber ab und zu darf auch meine Frau. Das selbe Spiel ist beim anziehen, spielen….usw.
    Das ist bei uns alles kein Thema.

  14. Donald Duck

    Upps….das war zu schnell. Wollte noch dazu schreiben das es doch völlig egal ist wer wie oft die Kids in’s Bett bringt, oder? Kinder haben Phasen wo mal der eine oder der andere Elternteil bevorzugt wird….ist doch nicht schlimm. Es wird wahrscheinlich kein passendes Rezept für dich geben. Du wirst deine Lösung selber suchen müssen wenn es dich so stört. Andererseits könntest du das ja auch genießen den es wird die Zeit kommen wo dein Kind nichts von dir wissen will.

    • Neeva

      Naja, wenn es „völlig egal“ ist, landet bei erstaunlich vielen Familien irgendwann unerklärlicherweise der Löwenanteil der Betreuungsarbeit bei der Mutter…

  15. Donald Duck

    Hallo Neeva,
    um den Löwenanteil an der Betreung scheint es bei Antonia nicht zu gehen, sondern lediglich um das zu Bett bringen des Kindes. So wie sie es beschrieben hat kümmern sich beide um das Kind zu gleichen Teilen.
    Bei unseren ersten Kind war es so ähnlich. Wenn ich zu Hause war, war Mama abgemeldet. Sei es beim Windel wechseln, füttern, ins Auto reinsetzen, Anziehen usw…alles „Du nicht,Papa macht’s“. Wir haben es so hingenommen wie es ist und den „Wunsch“ des Kindes akzeptiert/respektiert. Mein Kleiner ist jetzt fünf Jahre alt, jetzt ist es mal Papa oder Mama…..kommt immer darauf an um was es geht. Unsere Kleine dagegen ist bis jetzt problemlos. Auch heute noch bringe ich beide Kinder ins Bett. Selten das meine Tochter sagt das es die Mama machen soll. Bei meinen Sohn ist es das gleiche.

  16. S.St.

    Was ist so schwer auszuhalten fuer dich? Das Schreien? Ein schlechtes Gewissen? Spaetere (implizite) Vorwuerfe des Vaters? Dein Wunsch, Zeit fuer Dich zu haben, sie aber nicht zu geniessen weil Du mit den Gedanken im Nebenzimmer bist?
    Wie waere es mit einem Abendspaziergang, wenn Du nicht „dran“ bist? Oder ein Glas Wein in einem nahegelegenen Cafe, mit Buch- oder Zeitungslektuere, fuer ein Stuendchen, bis Ruhe ist zu Hause?
    Ich fand es immer schwer, den Protest im Nebenzimmer auszuhalten, wenn ich in der Wohnung war. Wenn ich was schoenes fuer mich gemacht habe (Sport, Spaziergang etc.), dann konnte ich das aber geniessen.

  17. cut

    Wir hatten lange die gleiche Situation, ich fand das damals schrecklich frustrierend. Da bemühen wir uns so, durch akribisch genaue gleiche Aufteilung von Zeit und Verantwortung diesen gesellschaftlich vorgegebenen Elternbildern entgegenzuwirken – und was macht mein doofes Kind? Schreit nach der Mutter und bestätigt damit all die reaktionären Stimmen, mit ihrem „ja bei der Mama ist es eben am schönsten“.
    Ich hab das dann, genauso wie du auch, mit dem Stillen und der weiblichen Sozialisation erklärt, die mich offenbar geduldiger gegenüber Kinderextrawünschen macht. Inzwischen ist das Kind schon fast sechs Jahre älter und wir haben längst ganz andere Probleme gefunden mit denen wir uns beschäftigen können, wer ins Bett bringt ist einfach nicht mehr das Thema. Und abgesehen von verschiedenen Taktiken die ihr ausprobieren könnt, wie zB dass du wirklich die Wohnung verlässt, usw, finde ich es vor allem wichtig zu sehen dass ihr eine Lösung findet, die für euch in genau diesem Moment gut funktioniert.
    Und wenn dein Kind hundertmal öfter von dir ins Bett gebracht werden möchte, dann hat es zwar ein Recht darauf ernstgenommen zu werden, aber es bestätigt damit eben nicht die reaktionäre Position von Kindern, die nur ihre Mutter mehr brauchen – es will einfach nur gut einschlafen. An der grundsätzlichen feministischen Haltung, dass Kinder- und Haus- und überhaupt die gesamte Care-Arbeit anders aufgeteilt werden sollte, ändert das ganz und garnichts. Es ist gut und wichtig, dass wir versuchen andere Modelle zu finden, andere Mütter und andere Familien zu sein – aber es muss auch bei uns nicht alles ideal und perfekt sein, auch wenn es ein feministisches Ideal ist. Ich weiß, das ändert an eurer aktuellen Situation auch wenig – aber es entspannt vielleicht ein bißchen ; )

  18. Flodolum

    Ich würd‘ sagen, das hat nix mit der akuten Situation zu tun sondern mit einer Machtgeste eures Kindes – es setzt in dieser Situation erfolgreich seinen Willen durch.
    Das sage ich ohne Wertung – ist egal ob das gut oder schlecht oder grün oder lila ist.

    Wenn du und dein Partner euren Willen durchsetzen wollt, dann schafft ein Umfeld, in dem das möglich(er) wird. Ich denke, „weg sein“ begreift euer Kind schon – insofern erwäge einen abendlichen Spaziergang zur Schlafengehenszeit.

    Wenn euer Kind seinen Wunsch bekommt – ihr also einen Wechsel macht, dann vermittelt ihr da auch, verortet es: Ok, wir hatten es anders geplant. Aber wenn es dir so wichtig ist, nehmen Partner und ich Rücksicht auf dich.

  19. juli

    also ich schliesse mich nochmal an, hatte es ja schon eingehends erwaehnt, dass ich oft auch einfach die wohnung wirklich verlassen habe und wir das dem kind auch mitgeteilt haben, dass die mama jetzt erstmal fuer die naechste halbe/stunde weg ist.
    Das hat auf allen drei Ebenen (Mama, Papa, Kind) einen Vorteil:
    – KInd: weiss, dass Mama wirklich nicht da ist und Theater also sinnlos
    – Mama: hat mal ne Weile Ruhe UND (ich bin dessen oft sehr schuldig gewesen) laesst sich nicht von dem klaeglichen Geweine oder dem Riesengezeter erweichen und kommt dann doch irgendwann aus schlechtem Gewissen zum Kind
    – Papa: Muss da durch und kann nicht, wenn’s ihm zuviel wird, einfach aufgeben so nach dem Motto „Das Kind will nur dich, ich kann da nix machen“ >>>> denn so kann sich ganz schnell wieder die Gewohnheit einschleichen, dass alles an Mama haengen bleibt.

  20. Pingback: Expertinnen-Rat zu “Du nicht. Nur die Mama” | umstandslos.

  21. Pingback: Montagspost 30.03.2015 | feministmum

  22. Sonnenblume

    Ich arbeite voll und mein Mann ist zu Hause, unsere Tochter ist ein Jahr alt. Seit circa 3 Monaten ist es schwieriger wenn ich sie ins Bett bringe, seit heute Nacht geht es auch nicht mehr, dass ich sie nachts betreue. Warum redet hier niemand darüber wie schmerzhaft das ist? Eine mamaphase kenne ich (bisher) nicht, habe mittlerweile richtig Angst vor den Nächten…

  23. Verena

    Genau das habe ich mich auch gefragt, Sonnenblume. Meinem Mann geht es momentan bei unserer fast 3 jährigen Tochter so. Er nimmt ihr das richtig übel, zieht sich immer mehr zurück, so verletzt ihn das. Ich kann nur mutmaßen warum meine Tochter mich gerade bevorzugt. Ich arbeite gerade nicht und bin deshalb etwas entspannter und nicht so gestresst wie er wenn er von der Arbeit kommt. Das ist gerade richtig beziehungsgefährdend, da er mir gegenüber auch nicht gerade freundlich ist und mich sein Verhalten oft sehr ärgert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: